SMH Schweizerische Metallhandels AG

Über die Firma SMH Schweizerische Metallhandels AG Deutschland, die mit der Fa. Schweizerische Metallhandels AG mit Sitz in der Schweiz zusammenarbeitet, können Anleger als Direktinvestment edle Industriemetalle wie Hafnium, Gallium, Indium usw. erwerben.

Die Firma Schweizerische Metallhandels AG bietet Anlegern den Erwerb von besonders zusammengestellten sog. Warenkörben an, in denen verschiedene Metalle kombiniert enthalten sind und die nach dem Erwerb sodann bei entsprechenden Partnerunternehmen eingelagert werden. Diese Industriemetalle sind laut den Werbebroschüren und laut Website in verschiedenen Warenkörben zusammengefasst, so z.B. Warenkorb „Konstruktion & Maschinenbau“, Warenkorb „Schlüsselindustrien“, Warenkorb „Solar & Energietechnik“.

Den Anlegern werden dabei die besondere Sicherheit und die Vorteile eines solchen Investments in Industriemetalle schmackhaft gemacht. Die Metalle sollten in einem Schweizer Hochsicherheits-Zolllager eingelagert werden.

Für den Ankauf haben die Anleger den aktuellen Tageskurs zu bezahlen, und darüber hinaus eine erhebliche Provision von bis zu 13,75 %. Außerdem ist mit dem Erwerb der Metalle ein Lagerauftrag zu unterzeichnen.

Laut Imagefilm der SMH erfolgte der Vertrieb weltweit in Deutschland, England, Lateinamerika, USA und Indien.

Als besondere Vorteile wird hervorgehoben, dass es sich um einen echten krisensicheren Sachwert handeln würde, Metalle würden ca. 80 % der weltweiten Schlüsselindustrien abdecken und frei von Börsenspekulationen sein. Mit Werbeslogans wie „Unvergängliche Werte und Fundament unserer modernen Gesellschaft“ oder „Maximale Sicherheit mit stabiler Perspektive: Für Ihre Zukunft nur das Beste“ wird den Anlegern der Erwerb von Industriemetallen über die Fa. SMH schmackhaft gemacht, auch das Argument des jederzeitigen Weiterverkaufs wird in den Prospektunterlagen als besonderer Vorteil hervorgehoben. Es wird mit Aussagen wie

„Unsere Auswahl ist einfach: Von allem nur das Beste!“

„Hohe Qualität durch anerkannte Lieferanten“

„Harte Metalle schützen vor weicher Währung“

„Willkommen in der Welt der echten Werte!“

geworben.

Der SMH-Kunde erhält nach Zahlung eine Eigentumsurkunde über die Metalle. Seine erworbenen Metalle werden einem Zollfrei-Lager in Embrach-Embraport gelagert und mit einer Nummerierung dem Käufer zugeordnet. Der Anleger zahlt bei Einmalkäufen jährliche Lagergebühren zu einem fixen Betrag bei den Warenkörben oder in Höhe von 1% der Kaufsummen zuzüglich Umsatzsteuer bei den Edelmetallen. Bei Ratenkäufen beträgt die jährliche Lagergebühr ebenfalls 1% von den Kaufraten zuzüglich schweizerischer Umsatzsteuer.

Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass es sich bei den erworbenen Edelmetallen offenbar um unreine Ware gehandelt hat, die so auch nicht weiterverkauft werden kann.

Intransparenz und erschwerte Wiederverkäuflichkeit der strategischen Metalle

Strategische Metalle werden nicht an Rohstoffbörsen, sondern an freien Märkten gehandelt. Der größte Teil der Produktion wird über feste Lieferverträge an Metallhändler und spezielle Verarbeiter verkauft. Die Investition in strategische Metalle für Kapitalanleger ist insofern schwierig und die Investments mit hohen Risiken verbunden. Aufgrund des fehlenden Börsenhandels ist die Anlage sehr intransparent; ein Käufer weiß beim Kauf nicht, ob er zu viel bezahlt.

Beim Kauf wird dem Anleger suggeriert, dass der Verkauf jederzeit möglich sei. So lautet die Aussage im Imagefilm der SMH: „Sie wollen Ihre Metalle verkaufen? Kein Problem, denn Sie alleine bestimmen, wann, an wen und zu welchen Preisen Sie Ihre strategischen Metalle veräußern wollen.“

In der Praxis gestaltet in späterer Wiederverkauf jedoch schwierig: Ein Vertrag sieht entweder den Verkauf auf eigene Faust oder ein Rückkaufangebot der SMH AG auf Basis der Tagespreise vor. Jedoch steht nicht immer ein Käufer bereit, wenn ein Anleger die Metalle wieder verkaufen möchte. Stiftung Warentest berichtet in 2018 von einer SMH-Anlegerin, die nach über einem Jahr Wartezeit ein Angebot zum Verkauf des Warenkorbs erhielt, das etwa bei der Hälfte des ursprünglichen Kaufpreises lag.

Die Anleger müssen mit einem Totalverlust rechnen. Betroffen Anleger sollten sich schnellstmöglich an eine spezialisierte Kanzlei wenden, um unter anderem Schadensersatzansprüche gegen die Hintermänner und Funktionsträger prüfen zu lassen.

Schadensersatzansprüche verjähren innerhalb von 3 Jahren ab Kenntnis der anspruchsbegründenden Umstände, spätestens 10 Jahre (taggenau!) ab Erwerb.

KatjaFohrer

Ansprechpartner

Katja Fohrer
Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht

Email: fohrer@mattil.de

Tel.: +49 89 242938-42
Fax: +49 89 242938-45


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