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Cinerenta Fonds I-V
Mario Ohoven persönlich zum Schadensersatz an Filmfondsanleger verurteilt

Das Landgericht München I hat am 20.7.2010 in vier Urteilen den Präsidenten des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW, mehr als 150 000 Verbandsmitglieder) Mario Ohoven zum Schadensersatz an Anleger der Cinerenta-Filmfonds verurteilt.

Nach jahrelangem Kampf hunderter von Anlegern vor den Münchner Gerichten gegen Mario Ohoven sind dies die ersten Urteile, in denen es Anlegern gelungen ist, Mario Ohoven persönlich in die Haftung zu nehmen. Zahlreiche Anleger waren zuvor gegen ihn gescheitert, zuletzt sogar noch 2 Anleger vor dem BGH.

Die Anleger hatten sich zwischen 1998 und 2001 an den Filmfonds Cinerenta II und IV KG beteiligt: sie hatten aufgrund der im Prospekt besonders hervorgehobenen Absicherung in die Filmfonds investiert. Im Prospekt war ein Investitionsplan enthalten, in dem die Verwendung der Anlegergelder genau aufgelistet war. Die Kosten der Eigenkapitalbeschaffung (Vertriebsprovisionen, Vermittlungsgebühr) waren darin mit 7 % angegeben, auch das Agio in Höhe von 5 % sollte an die Vermittler gehen. Tatsächlich war aber zwischen der Fondsgeschäftsführerin Cinerenta GmbH und der Ohoven-Firma Investor- und Treuhand-Beratungsgesellschaft mbH, die die Fondsanteile im großen Stil an die Anleger verkauft hat, eine Provisionshöhe von 20 % vereinbart. Die klagenden Anleger warfen Ohoven vor, die Differenz von 8 % im Prospekt unter anderen Fondsnebenkosten verschleiert zu haben. Außerdem wurde im Prospekt nicht über die Doppelfunktion des Mario Ohoven - einerseits als Gesellschafter der Cinerenta GmbH, andererseits als Mehrheitsgesellschafter und Geschäftsführer der Investor- und Treuhand-Beratungsgesellschaft mbH- aufgeklärt.

Hunderte von Klagen der Kanzlei Mattil & Kollegen richten sich seit Jahren sowohl gegen die Treuhändergesellschaft des Fonds als auch gegen Mario Ohoven persönlich. Die Gerichte hatten sich aber bislang nur von einer Haftung der Treuhänderin Contor überzeugen lassen. Diese ist bereits in über hundert Fällen zur Rückzahlung des verlorenen Kapitals an die Anleger sowie zum Ersatz des Steuerschadens verurteilt worden.

Die Cinerenta-Fonds I - V haben in den Jahren 1997-2003 insgesamt über 450 Mio. € eingesammelt. Mario Ohoven (Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft), war nicht nur Mehrheitsgesellschafter der Prospektherausgeberin Cinerenta GmbH, sondern hatte auch mit seiner Investor- und Treuhand-Beratungsgesellschaft mbH den Vertrieb der Fondsanteile übernommen. An der mittlerweile insolventen Ohoven Firma Investor- und Treuhand-Beratungsgesellschaft mbH waren Mario Ohoven zu 89 %, seine Ehefrau Ute Henriette Ohoven zu 10 % und Chiara Ohoven zu 1% beteiligt.